Was geschieht bei der Magnetresonanztomographie?
Unser Magnetresonanztomograph und das Gelenk MRT
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Mit dieser völlig schmerzlosen und modernsten Methode, den Menschen "zu durchschauen", haben wir Radiologen zwei grosse Vorteile zugunsten unserer Patienten gewonnen. Zum einen liefert die Magnetresonanztomographie Schnittbilder aus dem Körperinneren, die ebenso scharf und aufschlussreich sind, wie Zeichnungen aus dem Anatomiebuch. Insbesondere Weichteile sind derart kontrastreich wiedergegeben, dass sie mit bislang unerreichter Detailerkennbarkeit zu sehen sind. Zudem lassen sich diese Aufnahmen in jeder benötigten Ebene anfertigen (sowohl quer als auch längs und schräg durch den Körper) und das mit einer ausserordentlich hohen Auflösung. Es können Details von weniger als einem Millimeter Grösse dargestellt werden.
Die Magnetresonanztomographie ist völlig schmerzlos und ungefährlich und kann beliebig oft wiederholt werden, auch bei Kleinkindern!
Der Aufwand für eine Magnetresonanztomographie lohnt sich, weil ihre Bilder mehr Informationen liefern als z. Bsp. das konventionelle Röntgen und so eine grössere Aussagekraft haben. Für Untersuchungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Gelenke und der Wirbelsäule ist sie derzeit sicherlich das Beste aller bildgebenden Verfahren. Zum einen aufgrund der deutlichen Kontraste zwischen den Weichteilen, wodurch krankhafte Veränderungen zuverlässig erkannt werden können. Zum anderen kommen diese Schnittbilder ganz ohne ionisierende Strahlen aus, wie sie vom Röntgen her bekannt sind.
Weil diese Belastung entfällt, können Aufnahmen jederzeit und beliebig oft wiederholt werden, selbst bei kleinen Kindern.
Vor dem Betreten des Untersuchungsraumes muß der Patient/die Patientin alle metallenen Gegenstände sowie Uhren und Scheckkarten ablegen. Zum einen, weil sie die Untersuchung stören würden und zum anderen ist es möglich, dass das starke Magnetfeld Metallgegenstände und Uhren an sich zieht, die Zeiger mechanischer Uhren anhält oder die Codierung auf Scheckkarten löscht.
Bei der Untersuchung wird der Patient auf einer Liege in die runde Öffnung eines mehr als zwei Meter hohen runden Gerätes gefahren. Dort wirkt zunächst ein Magnetfeld auf ihn ein, von dem erwiesenermassen keinerlei biologische Schäden zu befürchten sind. Der Patient muss für eine Magnetresonanztomographieuntersuchung etwas mehr Zeit aufbringen als für eine konventionelle Röntgenuntersuchung.
Um einige Richtzeiten zu nennen: Für die Aufnahme des gesamten Kopfes in Schnittbildern von jeweils sechs Millimetern genügen fünfzehn Minuten, während die Aufnahme nur eines Kniegelenkes eine halbe Stunde und noch länger dauern kann, weil hierbei Aufnahmen in den verschiedensten Ebenen erstellt werden.
Die Magnetresonanztomographie ist für viele Bereiche das ideale bildgebende Verfahren!
Die Magnetresonanztomographie (MRT) funktioniert mit starken Magnetfeldern und kurzen Radioimpulsen und basiert auf dem sogenannten Kernspin.
Dieser Begriff beschreibt die Eigenschaft des Atomkerns, sich wie ein Kreisel um seine eigene Achse zu drehen und dadurch zu einem winzig kleinen Magneten zu werden. Das gilt auch für die Atomkerne des Wasserstoffs, die reichlich im Körper enthalten sind, da der Mensch nun einmal überwiegend aus Wasser besteht.
Im Magnetresonanztomographen wirkt auf den Patienten ein Magnetfeld ein, das einige zehntausend Male stärker ist als das der Erde.
Dieses für den Menschen völlig unschädliche Magnetfeld hat einen erwünschten physikalischen Effekt: Die Wasserstoffatome im Körper des Patienten richten sich in dieselbe Richtung aus, genauso wie es Kompassnadeln im Magnetfeld der Erde tun.
Im nächsten Schritt senden Radiofrequenzspulen einen kurzen Impuls mit genau festgelegter Wellenlänge und Stärke in den Körper aus. Dies ist ein gezielter Anstoss, um die ausgerichteten Wasserstoffatome "umzukippen" und sie "torkeln" und "schlingern" zu lassen.
Danach kehren sie rasch in ihre Ausgangsposition zurück. Während dieser "Relaxationszeit" senden die Wasserstoffatome ihre Resonanzsignale aus, die von denselben Radiofrequenzspulen empfangen werden, die die Signale ausgesendet haben. Und genau diese Signale lassen sich für diagnostische Zwecke verwerten.
Eine Spezialsoftware errechnet aus diesen Daten die Schnittbilder, die auf dem Monitor und nachher auf den ausgedruckten Bildern die verschiedenen Gewebe in unterschiedlichen Helligkeitsstufen darstellen: Wasserreiche Gewebe erscheinen sehr hell und Gewebe mit wenig Wasser dunkel (daher ist Knochenkalk fast nicht zu sehen), während sich die anderen Gewebe wie Muskeln, Bänder, Sehnen und Organe wie Leber und Nieren in fein abgestuften Grautönen sehr deutlich erkennen und bewerten lassen.
Auch die Relaxationszeit ist von grosser Bedeutung. Aus ihr lassen sich wichtige Rückschlüsse auf die unmittelbare biochemische Umgebung der Atomkerne und damit auf den Zustand des umliegenden Gewebes ziehen.
